Meine erste Stegreifrede

Heute war ich das zweite mal bei einem Toastmasters Treffen des Rhetorikclubs Frankfurt. Ich habe ja vor zwei Wochen angekündigt einen Erfahrungsbericht nach zu reichen. Da ich damals bei dem Treffen aber nur passiver Beobachter war und selber nicht ins Geschehen eingegriffen habe, dachte ich mir ich hebe mir den Bericht bis zum nächsten Mal auf. Diesmal kam ich dazu meine erste Stegreifrede zu halten.

 

Heute War es dann also wieder so weit. Ich fühlte mich erst gar nicht  danach, extra nach Frankfurt zu Fahren um zu dem Toastmasters Treffen zu gehen, entschloss mich dann aber doch dazu meinen Vorsätzen treu zu bleiben, die ich mir gesetzt habe. Ich gebe mir zur Belohnung 100 Gummipunkte :)

 

Nach der üblichen Einleitung des Treffens durch den Toastmaster des Abends, folgten dann die üblichen vorbereiteten Reden inklusive der Bewertungen. Besonders gefallen hat mir die Rede zum Thema Wohlstandskrankheiten/ Gesunde Ernährung, wahrscheinlich wegen der leckeren Walnüsse die die Rednerin mitgebracht hatte :). Das außerdem mitgelieferte Ernährungsprotokoll werde ich in der nächsten Woche zum Einsatz bringen um meine Essgewohnheiten zu kontrollieren. Ich bin im Moment dabei meine Ernährung auf vegetarisch umzustellen und werde hier darüber berichten, ob mir dies gelingt. Die anderen Themen der vorbereiteten Reden waren: Nicht nur beim Fremdgehen, der Körper spricht; Der Staat- ein Ponzi System und zuletzt eine Eisbrecher Rede. Dies ist die erste Vorbereitete Rede, die jeder Toastmaster hält. Dabei geht es vor allem darum sich selbst zu präsentieren und den anderen Toastmastern einen Eindruck zu verschaffen, wer da denn gerade vor ihnen steht.

 

Wie üblich wurden alle Reden mit positiven Feedback gewürdigt, welches ebenso kleine Verbesserungsvorschläge enthielt. Auch diese Bewertungen der Reden sind immer hoch interessant, da sie klaren Regularien folgen und quasi selbst wie kleine Reden aufgebaut sind.

 

Als nächster Programmpunkt standen die Stegreifreden auf der Agenda. Hier geht es darum nach maximal 30 Sekunden Bedenkzeit eine Rede zu einem vorgegebenen Thema zu halten. Die Stegreifrede selbst soll dann zwischen einer und zwei Minuten lang sein. Die Stegreifreden- Meisterin hatte „Urlaub“ als Oberkategorie ausgewählt.

 

Der erste Redner berichtete, nachdem er wenn ich mich recht erinnere nach einem bizarren Urlaubsmoment gefragt wurde, von einem seltsamen sich auf ihn zu bewegendem Etwas, welches er bei der im Dschungel vorherrschenden Dunkelheit nicht identifizieren konnte. Zwar war seine Neugierde auf das Bedrohlich wirkende Wesen geweckt, doch traute er sich nicht so recht Kontakt auf zu nehmen. Zum Glück wachte er in dem Moment als das vermeidliche Untier ihm all zu sehr auf die Pelle rückte wieder aus seinem Traum auf.

 

Stegreifredner Nummer zwei wurde gefragt, wie er reagieren würde, wenn er am Flughafen erfährt, dass seine ursprüngliche Maschine einen Defekt erlitten hat und er jetzt mit einem sagen wir mal nicht mehr ganz neuen Flugzeug die Reise bestreiten soll. Da er Fliegen generell hasst, weil er Angst davor hat, war er natürlich überhaupt nicht erfreut, als er eines Tages in Schottland aufgrund von unterbesetzung des Fluges mit einer Alten Propellermaschine Fliegen musste. Da sie Technologie aber inzwischen bereits seit fast 100 Jahren erprobt ist, traute er sich schließlich aber trotz der Unkenrufe des schottischen Flughafenmitarbeiters  an Bord.

 

Der dritte Stegreifredner war dann schließlich meine Wenigkeit. Ich muss zugeben, mich an die Vorgabe für meine Rede nicht mehr erinnern zu können, als nächste Priorität steht also an, in meinem Kopf Ordnung zu schaffen :D. Jedenfalls erzählte ich von meinen Alkoholeskapaden, zu denen ich im Urlaub neige, weil mich dort ja keiner kennt. Mir gelingt es dort besonders gut meine eigentliche Schüchternheit zu überwinden :P Es war Happyhour im English Pup in Melbourne und ich trank 10 Bier zum Preis von 5. Dies hatte auf mich den Effekt, das ich mich für unwiderstehlich hielt und später im 10er Zimmer des Hostels das Bedürfnis verspürte, meinen Adonis Körper den Anwesenden Backpackern und Backpackerinnen zu Präsentieren. Ich lies es mir nicht nehmen auch während dieser Stegreifrede einige Knöpfe meines Hemdes zu öffnen, um den anwesenden Toastmastern einen kleinen Eindruck von dem Anblick zu bieten den ich den anderen Gästen des Melbourner Hostels darbot :). Insgesamt dauerte mein Vortrag 1:29 Minuten. Ich benutze zwei mal das Füllwort naja sowie einmal ja. Von ähms und ahs verschonte ich die Zuhörer. Auch sonst erhielt ich durchweg positives Feedback, gelobt wurden meine offene und selbst ironische Art, mein flüssiger Vortagsstil, meine Körpersprache, dass ich Spannung aufgebaut habe, meine Stimme und, dass ich aus meiner Komfortzone heraus gegangen bin. Moment Komfortzone, was war das noch gleich? :D

 

Der vierte und letzte Stegreifredner sollte dann von einem besonders nutzlosen Urlaubsmitbringsel erzählen. Dabei handelte es sich um einen Eingeklemmten Nerv, den er dem Nackenschlag eines Barbiers zu verdanken hatte, der mit selbigem Eine Verspannung lösen wollte.

 

Nach der Bewertung der Stegreifreden folgte dann noch der Report des Füllwortzählers und Zeitnehmers, sowie die Bewertung der Bewerter und die generelle Abend Bewertung. Von mir bekommt das Treffen heute volle 10 von 10 Punkten, da ich mich natürlich immer darüber freue, wenn meinem Ego durch schöne Komplimente und positives Feedback geschmeichelt wird :P

 

Ich werde definitiv festes Mitglied bei Toastmasters werden und regelmäßig die Treffen besuchen sowie gelegentlich darüber berichten.

 

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